Quirl und Kleinhennersdorfer Stein: Höhlenwanderung bei Königstein

Du suchst eine Wanderung, die weniger von der Aussicht lebt und mehr vom Entdecken? Dann sind der Quirl und der Kleinhennersdorfer Stein bei Königstein genau richtig. Beide Tafelberge sind eher flach und unauffällig, verstecken aber einige der größten Sandsteinhöhlen der Sächsischen Schweiz. Diebskeller, Lichterhöhle und Co. lassen sich zu Fuß erreichen und machen vor allem Familien und neugierigen Wandernden Spaß. In diesem Ratgeber bekommst du eine belegte Einordnung, die Wegpunkte in Reihenfolge und praktische Hinweise für den Ausflug.
Fels- und Tafelberglandschaft der Sächsischen Schweiz (Symbolbild)

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Quirl ist ein Tafelberg von 349,6 Metern Höhe, rund zwei Kilometer südlich von Königstein, mit einem der größten geschlossenen Gipfelplateaus der Region (ca. 1.000 mal 350 Meter).
  • Am Quirl liegt der Diebskeller, eine natürliche Schichtfugenhöhle von etwa 29 Metern Länge und rund 230 Quadratmetern Fläche und damit eine der flächenmäßig größten Höhlen der Sächsischen Schweiz.
  • Der Kleinhennersdorfer Stein ist ein bewaldeter Tafelberg links der Elbe. Auf sein Plateau führt kein Wanderweg, und es gibt keine umfassende Aussicht, die Höhlen sind das eigentliche Ziel.
  • Die Lichterhöhle am Kleinhennersdorfer Stein ist etwa 20 Meter lang und 14 bis 15 Meter breit. Sie ist kein reines Naturwerk, sondern durch Sandabbau ab etwa 1870 vergrößert worden.
  • Für die Höhlen ist eine Stirnlampe empfehlenswert, damit beide Hände frei bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Der Quirl als Wanderziel

Der Quirl gehört zu den flacheren, oft übersehenen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz. Er liegt rund zwei Kilometer südlich von Königstein und erreicht eine Höhe von 349,6 Metern. Sein Reiz liegt nicht in einem spektakulären Gipfel, sondern in der riesigen, weitgehend geschlossenen Hochfläche und in den Höhlen an seinen Flanken. Das Plateau misst grob 1.000 mal 350 Meter und war bis um 1800 sogar landwirtschaftlich genutzt. Über die Hochfläche verläuft heute die 2018 eingerichtete Trekkingroute Forststeig, und an der Südostseite führt der denkmalgeschützte, mit Sandsteinplatten gepflasterte Kanonenweg entlang.

Die Höhlen am Quirl

Der bekannteste Anziehungspunkt ist der Diebskeller an der Nordseite des Bergs. Diese natürlich entstandene Schichtfugenhöhle ist etwa 29 Meter lang, 5 bis 8 Meter breit und 2 bis 4 Meter hoch. Mit rund 230 Quadratmetern Grundfläche zählt sie zu den flächenmäßig größten Höhlen der Sächsischen Schweiz. Sie ist frei zugänglich. Am Quirl gibt es außerdem weitere Höhlen wie die Baumannhöhle, eine Biwakhöhle und eine Kletterhöhle an der Nordseite sowie die Sterlhöhlen und die Buchhäuser-Höhle an den West- und Südwestflanken. Ob du den Namen Diebskeller wörtlich nehmen darfst, ist übrigens nicht belegt. Zu einer echten Räubergeschichte gibt es keine gesicherte Quelle.

Route rund um den Quirl

Wanderwege führen von Königstein und vom Ortsteil Pfaffendorf rund um den Quirl. Ein guter Ausgangspunkt ist Pfaffendorf, von dort erreichst du die Nordseite mit dem Diebskeller. Wer hinauf möchte, nutzt die Pfade aufs Plateau, auf dem der Forststeig verläuft. Für die genaue, metergenaue Wegführung solltest du einen offiziellen GPS-Track oder die Beschilderung des Forststeigs nutzen, da wir hier bewusst keine erfundene Detailnavigation angeben. Rechne mit einer kurzen bis mittleren Runde, die sich gut mit dem Kleinhennersdorfer Stein kombinieren lässt, wenn du beide linkselbischen Tafelberge an einem Tag mitnehmen willst.

Der Kleinhennersdorfer Stein und seine Höhlen

Der Kleinhennersdorfer Stein ist ein eher unscheinbarer, bewaldeter Tafelberg links der Elbe, der beim Wandern leicht übersehen wird. Wichtig zu wissen: Auf sein Plateau führt kein Wanderweg, und von oben gibt es keine umfassende Aussicht. Das eigentliche Ziel sind die Höhlen an seinem Fuß. Genau das macht ihn zu einem entspannten, kinderfreundlichen Ausflug, bei dem das Entdecken im Vordergrund steht und nicht der Höhenmeter-Ehrgeiz.

Lichterhöhle, Hampelhöhle und Eishöhle

Die bekannteste Höhle ist die Lichterhöhle. Sie ist etwa 20 Meter lang und 14 bis 15 Meter breit und zählt damit zu den größeren Sandsteinhöhlen im Elbsandsteingebirge. Ihre Größe ist kein reines Naturwerk: Ab etwa 1870 baute Friedrich Hermann Hempel aus Königstein hier Sand ab, der wegen seiner Weiße und Feinkörnigkeit als Streu- und Scheuersand geschätzt war. 1918 kam Hempel im Alter von 73 Jahren ums Leben, als eine Holzabstützung für einen großen freigelegten Gesteinsblock nachgab und ihn unter sich begrub. Ihren Namen erhielt die Lichterhöhle von Bergsteigern aus Heidenau, die sie vor rund einem Jahrhundert mit Kerzen und Grubenlampen ausleuchteten. Das erste bekannte Foto stammt vom 11. Dezember 1924. Neben der Lichterhöhle werden für den Berg weitere Höhlen genannt, darunter die Hampelhöhle, deren Name ebenfalls auf den Sandabbau zurückgeht, sowie die schwerer zu findende Eishöhle.

Wegpunkte der kurzen Höhlenrunde

Eine kompakte, als leicht eingestufte Höhlenrunde lässt sich von der Buslinie im Bereich Papstdorf beziehungsweise vom Wanderparkplatz Gohrisch angehen. Ein erstes Zwischenziel auf dem Weg ist das Wildgehege, danach geht es weiter zu den Höhlen des Kleinhennersdorfer Steins. In den Höhlen selbst wird geklettert und gekraxelt, was Kindern erfahrungsgemäß viel Freude macht. Für die exakte Route in Reihenfolge und die Zustiege zu den einzelnen Höhlen verlässt du dich am besten auf einen offiziellen GPS-Track, da die kleinen Zustiege teils nicht durchgehend beschildert sind.

Gut zu wissen

  • Ausrüstung: Eine Stirnlampe ist für die Höhlen empfehlenswert, damit du beide Hände zum Klettern frei hast. Feste Schuhe mit Profil helfen, da es in und vor den Höhlen sandig und uneben ist.
  • Kinder: Beide Ziele eignen sich gut für Familien. Der Kleinhennersdorfer Stein ist als kurze, leichte Runde besonders kinderfreundlich, weil das Klettern in den Höhlen im Mittelpunkt steht.
  • Anfahrt Quirl: Ausgangspunkte sind Königstein und der Ortsteil Pfaffendorf. Von Pfaffendorf erreichst du die Nordseite mit dem Diebskeller.
  • Anfahrt Kleinhennersdorfer Stein: Möglich per Bus im Bereich Papstdorf oder über den Wanderparkplatz Gohrisch. Aktuelle Fahrpläne und Parkregelungen bitte vorab prüfen, siehe die offiziellen Seiten von saechsische-schweiz.de und dem Nationalpark Sächsische Schweiz.
  • Nationalpark-Regeln: Teile der Umgebung liegen im Schutzgebiet. Bleibe auf den Wegen und beachte die aktuell gültigen Regelungen, die du auf den offiziellen Nationalpark-Seiten nachlesen kannst.
  • Navigation: Für die metergenaue Wegführung nutze einen offiziellen GPS-Track statt einer erfundenen Detailbeschreibung.

Vom Ferienhaus am Pfaffenstein zu Quirl und Kleinhennersdorfer Stein

Das Ferienhaus am Pfaffenstein liegt mitten in dieser Tafelberg-Landschaft nahe Königstein und Pfaffendorf, also genau dort, wo Quirl und Kleinhennersdorfer Stein zu Hause sind. Von hier aus lassen sich beide Höhlenberge gut als Tagestour verbinden, und nach dem Kraxeln in Diebskeller und Lichterhöhle wartet die hauseigene Sauna, in der du bei Ruhe wieder auftankst. Wenn du weitere leichte Touren in der Nähe planen willst, schau dir auch unsere Tipps zum Wandern am Pfaffenstein und zum Wandern am Lilienstein an. Alle Infos zu Ausstattung, Sauna und Verfügbarkeit findest du auf der Seite des Ferienhaus in Alleinlage nahe Königstein.

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch ist der Quirl in der Sächsischen Schweiz?

Der Quirl ist ein Tafelberg von 349,6 Metern Höhe und liegt rund zwei Kilometer südlich von Königstein. Er gehört zu den flacheren Tafelbergen und hat mit rund 1.000 mal 350 Metern eines der größten geschlossenen Gipfelplateaus der Region.

Was ist der Diebskeller am Quirl?

Der Diebskeller ist eine natürlich entstandene Schichtfugenhöhle an der Nordseite des Quirls. Sie ist etwa 29 Meter lang, 5 bis 8 Meter breit und 2 bis 4 Meter hoch. Mit rund 230 Quadratmetern Fläche zählt sie zu den flächenmäßig größten Höhlen der Sächsischen Schweiz und ist frei zugänglich.

Kann man auf den Kleinhennersdorfer Stein hinaufwandern?

Auf das bewaldete Plateau des Kleinhennersdorfer Steins führt kein Wanderweg, und es gibt von oben auch keine umfassende Aussicht. Das eigentliche Ziel der Wanderung sind die Höhlen an seinem Fuß, allen voran die Lichterhöhle.

Warum heißt die Lichterhöhle so?

Die Höhle erhielt ihren Namen von Bergsteigern aus Heidenau, die sie vor rund einem Jahrhundert mit Kerzen und Grubenlampen ausleuchteten. Das erste bekannte Foto der beleuchteten Höhle stammt vom 11. Dezember 1924. Ihre heutige Größe verdankt sie dem Sandabbau ab etwa 1870.

Was sollte ich für die Höhlenwanderung mitnehmen?

Empfehlenswert ist eine Stirnlampe, damit du in den Höhlen beide Hände zum Klettern frei hast. Dazu feste Schuhe mit Profil, da der Untergrund sandig und uneben ist. Für die genaue Route nutzt du am besten einen offiziellen GPS-Track.