Kuhstall und Kirnitzschtal: Wandern zum großen Felsentor der Sächsischen Schweiz

Der Kuhstall ist eines der eindrucksvollsten Naturwunder der Sächsischen Schweiz: ein riesiges Felsentor, durch das du hindurchgehst wie durch eine steinerne Halle. Dahinter führt die berühmte Himmelsleiter durch eine schmale Felsspalte hinauf zu einem Aussichtspunkt. Unten schlängelt sich das romantische Kirnitzschtal mit seiner historischen Straßenbahn durch den Wald. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was den Kuhstall besonders macht und wie du ihn vom Lichtenhainer Wasserfall aus erwanderst. Alle festen Zahlen sind mit offiziellen Quellen belegt.
Fels- und Tafelberglandschaft der Sächsischen Schweiz (Symbolbild)

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Das Wichtigste in Kürze

  • Der Kuhstall ist ein riesiges Felsentor im Elbsandstein, etwa 11 Meter hoch, 17 Meter breit und 24 Meter tief (laut saechsische-schweiz.de das größte natürliche Felsentor der Sächsischen Schweiz).
  • Das Felsentor liegt auf dem Neuen Wildenstein, einem 337 Meter hohen Felsen in der Hinteren Sächsischen Schweiz oberhalb des Kirnitzschtals.
  • Die Himmelsleiter führt durch eine schmale Felsspalte hinauf zu einer Aussichtskanzel; oberhalb des Tores stand einst im 15. Jahrhundert die Burg Wildenstein.
  • Der beliebteste Einstieg ist der Lichtenhainer Wasserfall, von dort sind es rund 45 Minuten Fußweg bergauf.
  • Neben dem Felsentor gibt es seit 1824 eine Bergwirtschaft; die Anreise gelingt gut mit der Kirnitzschtalbahn, die seit 1898 durch das Tal fährt.

Inhaltsverzeichnis

Der Kuhstall als Wanderziel

Der Kuhstall ist ein Felsentor, das die Natur über sehr lange Zeit aus dem Elbsandstein geformt hat. Mit seinen Maßen von etwa 11 Metern Höhe, 17 Metern Breite und 24 Metern Tiefe gilt er laut saechsische-schweiz.de als das größte natürliche Felsentor der Sächsischen Schweiz. Im gesamten Elbsandsteingebirge ist er nach dem Prebischtor auf tschechischer Seite das zweitgrößte Felsentor. Er liegt auf dem Neuen Wildenstein, einem 337 Meter hohen Felsen in der Hinteren Sächsischen Schweiz oberhalb des Kirnitzschtals. Wenn du unter dem gewaltigen Felsdach stehst, verstehst du sofort, warum dieser Ort seit Generationen Wandernde anzieht.

Seinen ungewöhnlichen Namen verdankt der Kuhstall dem Dreißigjährigen Krieg. Damals sollen die Menschen der Umgebung das breite, geschützte Felsentor als Versteck für ihr Vieh genutzt haben. Oberhalb des Felsens stand im 15. Jahrhundert die mittelalterliche Burg Wildenstein, die den Neuen Wildenstein beherrschte. Von ihr sind heute nur noch Reste erhalten. Schon im 19. Jahrhundert war der Kuhstall ein beliebtes Ausflugsziel und beschäftigte auch die Maler der Romantik. So hielt Caspar David Friedrich den Kuhstall in einer Zeichnung fest.

Die Wanderung vom Lichtenhainer Wasserfall zum Kuhstall

Der klassische und einfachste Einstieg beginnt am Lichtenhainer Wasserfall im Kirnitzschtal. Von dort führt ein gut ausgeschilderter Weg in rund 45 Minuten bergauf zum Kuhstall. Eine dokumentierte Rundtour ab dem Wasserfall ist etwa 4 Kilometer lang, dauert rund eineinhalb Stunden und überwindet ungefähr 218 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. Der höchste Punkt liegt bei etwa 326 Metern. Diese Route gilt als sehr einfach und eignet sich damit gut für eine Wanderung mit Kindern.

Wegpunkte in Reihenfolge

Vom Lichtenhainer Wasserfall geht es zunächst hinauf durch eine kleine Schlucht. Über eine Stiege mit kleinen Leitern und Treppen gewinnst du an Höhe, bis du das große Felsentor des Kuhstalls erreichst. Hinter dem Tor führt dann die Himmelsleiter durch eine schmale Felsspalte weiter nach oben zur Aussichtskanzel. Von dort kehrst du zum Ausgangspunkt zurück. Für die metergenaue Navigation, gerade an den Stiegen, folgst du am besten einem offiziellen GPS-Track, etwa dem der verlinkten Route bei outdooractive.

Die Himmelsleiter

Das Herzstück des Aufstiegs ist die sogenannte Himmelsleiter, eine steile Metalltreppe, die durch einen schmalen Felsspalt oberhalb des Tores nach oben führt. Sie mündet in eine kleine Aussichtskanzel mit Blick über die umliegenden Felsformationen. Weil der Spalt sehr eng ist, kann es hier bei Andrang eng werden. Plane etwas Geduld ein und nimm Rücksicht auf entgegenkommende Wandernde.

Das Kirnitzschtal drumherum

Der Kuhstall liegt oberhalb des Kirnitzschtals, eines schmalen, bewaldeten Flusstals, das sich durch die Sächsische Schweiz zieht. Besonders reizvoll ist die Anreise mit der Kirnitzschtalbahn, einer historischen Straßenbahn, die seit 1898 von Bad Schandau aus durch das Tal fährt. So verbindest du die Wanderung ganz entspannt mit einer Fahrt in einem echten Stück Verkehrsgeschichte. Der Lichtenhainer Wasserfall als Startpunkt ist die Endhaltestelle dieser Bahn.

Gut zu wissen

  • Ausrüstung: Feste Wanderschuhe mit gutem Profil sind wichtig, denn an der Stiege und der Himmelsleiter geht es über Metalltreppen und schmale Felspassagen. Bei Nässe ist es rutschig.
  • Schwindelfreiheit: Die Himmelsleiter führt durch eine enge Felsspalte. Wer nicht durch die enge Passage möchte, genießt bereits am Felsentor selbst ein beeindruckendes Erlebnis.
  • Anreise: Mit der Kirnitzschtalbahn ab Bad Schandau bis zur Endhaltestelle Lichtenhainer Wasserfall. Aktuelle Fahrpläne und Preise bitte vorab bei der Kirnitzschtalbahn prüfen.
  • Einkehr: Direkt neben dem Felsentor gibt es seit 1824 eine Bergwirtschaft. Aktuelle Öffnungszeiten bitte vorab prüfen, da sie saisonal schwanken können.
  • Nationalpark: Der Kuhstall liegt im Nationalpark Sächsische Schweiz. Bleibe auf den markierten Wegen und beachte die aktuelle Parkregelung sowie mögliche Wegesperrungen auf der offiziellen Nationalparkseite.
  • Familien: Die kurze Rundtour ab Lichtenhainer Wasserfall gilt als sehr einfach und ist gut mit Kindern machbar.

Vom Ferienhaus am Pfaffenstein zum Kuhstall

Der Kuhstall ist ein lohnender Tagesausflug, wenn du im Ferienhaus am Malerweg in der Nähe von Königstein Urlaub machst. Von hier aus hast du die ganze Sächsische Schweiz vor der Tür und kombinierst Klassiker wie den Kuhstall im Kirnitzschtal bequem mit den Wanderungen direkt vor der Haustür. Nach einem Tag auf den Stiegen und der Himmelsleiter tut die Ruhe im Ferienhaus gut, und in der hauseigenen Sauna lässt du die müden Wanderbeine wieder locker werden. Wenn du lieber näher am Haus bleiben möchtest, findest du Anregungen in unseren Touren zum Wandern am Pfaffenstein und zum Wandern am Lilienstein.

Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist das Felsentor Kuhstall?

Der Kuhstall ist etwa 11 Meter hoch, 17 Meter breit und 24 Meter tief. Laut saechsische-schweiz.de ist er das größte natürliche Felsentor der Sächsischen Schweiz; im gesamten Elbsandsteingebirge ist er nach dem Prebischtor das zweitgrößte.

Was ist die Himmelsleiter am Kuhstall?

Die Himmelsleiter ist eine steile Metalltreppe, die durch eine schmale Felsspalte oberhalb des Felsentors zu einer kleinen Aussichtskanzel führt. Weil der Spalt sehr eng ist, braucht man hier etwas Geduld und Trittsicherheit.

Wie komme ich zum Kuhstall?

Der beliebteste Weg beginnt am Lichtenhainer Wasserfall, der Endhaltestelle der historischen Kirnitzschtalbahn ab Bad Schandau, die seit 1898 durch das Tal fährt. Von dort sind es rund 45 Minuten Fußweg bergauf. Aktuelle Fahrpläne der Kirnitzschtalbahn bitte vorab prüfen.

Ist die Wanderung zum Kuhstall für Kinder geeignet?

Die kurze Rundtour ab Lichtenhainer Wasserfall ist rund 4 Kilometer lang, überwindet etwa 218 Höhenmeter und gilt als sehr einfach. Sie ist damit gut als Wanderung mit Kindern geeignet. Feste Schuhe sind wegen der Stiegen und Treppen wichtig.

Woher stammt der Name Kuhstall?

Der Name geht auf den Dreißigjährigen Krieg zurück. Damals sollen die Menschen der Umgebung das breite, geschützte Felsentor als Versteck für ihr Vieh genutzt haben.